Kunstgenuss für jeden Tag

Kunstgenuss für jeden Tag

von Falk Kastell

Künstler und Referent des Bronnbacher Stipendiums / Bronnbacher_Blick art@home

Zutatenliste für ein künstlerisch bereichertes Wohnambiente, mit verbessertem Lebensgefühl:

2-3 Fotografien (Portrait und Landschaft)
4 Gemälde (Öl-, Abstrakte und Acrylmalerei)
Ein paar schöne Zeichnungen
viel Licht –
gelegentlich ein paar schöne Blumen vom Markt
und reichlich Liebe bei der Auswahl.

Diese Zutatenliste folgt dem Schema, welches ich in meinen eigenen vier Wänden umgesetzt habe. Selbstverständlich habe ich als Künstler vorzugsweise meine eigenen Werke um mich herum, sie erfüllen mich mit großer Zufriedenheit.  Jedes Bild bei mir erweckt die Geschichten und Gefühle, durch die es entstanden ist, und so bin ich umgeben von den stillen Freunden meiner geistigen, emotionalen und intellektuellen Errungenschaften, die zu einem Kunstwerk geworden sind.

Kunst ist für mich ein innerer Hochleistungssport und 95% meiner Arbeit findet in meinem Kopf und Herzen statt. Diese Form geistiger Bewegung ist für mich lebenswichtig. Bilder betrachte ich wie visuelle Nahrung, weil ich sie mit meinen Augen „verzehre“. Diese Art von Nahrung wird von mir stets sorgfältig ausgewählt und geprüft, bevor sie stilvoll im Gesamtbild inszeniert wird.  Dadurch erhalte ich beim täglichen Betrachten den vollen Nährwert. Ähnlich wie bei der Prüfung um Lebensmittelqualität, habe ich auch hier eine eigene Haltung zu der Frage entwickelt, was gute Kunst sei. Mein Ziel der guten Ernährung erstreckt sich auch in diesen visuellen Bereich. Kurz gesagt, ich bin ein Ästhet und brauche Schönheit, wie die Luft zum Atmen.

Heute sind Sport und gesunde Ernährung ein wichtiges Thema für viele jungen Menschen geworden. Wir verfolgen damit im Grunde antike Ideale. Die Männer sollen möglichst ein Adonis sein und die Frauen brüsten sich im Wettkampf, wer die schönste Aphrodite sei. Das Sixpack der Männer ist, so wie das Make-up der Frauen, ein moderner Standard geworden. Versuchen wir uns von diesen hohlen Versprechen dieser modernen Hausgötter zu lösen, die uns vorlügen, dass Begehrtheit und Liebe das gleiche sind, finden wir zurück zu den Wurzeln unserer menschlichen Existenz und zu einer konkurrenzlosen Menschlichkeit. Viele haben erkannt, dass die geistigen Bewegungen des Menschen viel wichtiger sind. Damit meine ich eine gute Einstellung zu sich und allen anderen Mitmenschen zu gewinnen. Jeder Künstler gibt von seiner Seele einen anderen geistigen, emotionalen und/oder intellektuellen Nährwert in seine Arbeit hinein. Auch wird in jedem Bild die Haltung des Künstlers zu seinen Mitmenschen sichtbar, die sich auch auf den Betrachter überträgt. Je nach Bedürfnis des Kunstkonsumenten reicht es durch die Regale im Ikea zu streifen, durch eine Galerie zu schlendern, in ein Museum zu gehen, oder einen echten Künstler zu treffen. Die Zugpferde der Kunstgeschichte sind schon immer die Künstler gewesen. Ein Museumsdirektor, Kunstkritiker oder Historiker, Galerist oder Kurator steht in der Hierarchie immer hinter den Künstlern, denn ihre Aufgabe ist das Einordnen und das „Vorkauen“ der künstlerischen Nahrung, damit es für den Laien besser zugänglich wird. Vieles was uns heute im Kunstbetrieb als Kunst vorgesetzt wird, ist emotional höchst ungesund, intellektuell bedenklich, oder schlichtweg schlecht. Den höchsten Nährwert an Kunst erhält man direkt von der Mutterbrust des Künstlers selbst. Der Nährwert eines Kunstwerks lässt sich an ein paar simplen Parametern hervorragend prüfen:

1. Berührt es das Herz?
2. Veredelt es meine Gedanken?
3. Erhebt es mich zu einer höheren Perspektive?

Wohl bekomms!

Falk

 

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