Blau. Unendlich.

Blau. Unendlich.

von Stefa Hirsch

4. Jahrgang / Bronnbacher_Blick art@home

Womit möchte ich mich zu Hause umgeben, was an die eigenen Wände hängen? Damit habe ich immer wieder experimentiert. Lange unbedacht und beiläufig; spätestens seit meinem Bronnbacher Jahr immer bewusster. Und ich hatte viel Gelegenheit dazu. Sechs Mal bin ich seither umgezogen – Mannheim – Bonn – Bonn – Maastricht – Maastricht – Berlin – Berlin.

Mit meinem Bewusstsein (und sicher auch mit meinem Einkommen) wuchs die Bereitschaft, Geld für Kunst auszugeben. Aber wofür? In den letzten Wohnungen gab es immer wieder Leerstellen für etwas, das mir noch begegnen sollte. Ich wollte es nicht erzwingen. Mir gefiel einiges, zu nichts konnte ich jedoch richtig ja sagen. Mir fehlten die Kriterien.

Das änderte sich erst durch eine Begegnung auf einem Bronnbacher Alumni Wochenende. In einem Workshop nahm Falk Kastell uns mit auf eine persönliche Reise durch die Geschichte der Fotografie. Von allem blieb vor allem seine Sicht auf Kunst in den eigenen 4-Wänden bei mir hängen. In meiner Erinnerung sagte Falk so etwas wie:

Bilder sind visuelle Nahrung.
Was wir uns zu Hause aufhängen, nehmen wir täglich zu uns.

Im ersten Moment erschien mir seine Aussage merkwürdig. Gleichzeitig kommt sie mir seitdem immer wieder in den Sinn, in den unterschiedlichsten Momenten. In der Zwischenzeit habe ich sie mir zu eigen gemacht. Sie ist – mit Sicherheit in einer sehr persönlichen Form – zu meinem Kriterium geworden und hat zudem meinen Zugang zu Kunst um eine Dimension erweitert.

Mit der Gestaltung meiner Wände tue ich mich längst nicht mehr so schwer. In meiner jetzigen kleinen, aber feinen Wohnung mitten in Berlin hängen neben einer Bilderwand mit wechselnden und immer neuen Werken meiner beiden Patenkinder vor allem Fotografien. Neben einem Falk Kastell (in Co-Produktion mit einigen Bronnbachern) prägt vor allem 37°5`14.10‘‘N 8°24’58.22‘‘W von Wolfgang Uhlig meinen Wohnraum.

Es ist nicht das Aufregendste, was ich je gesehen habe. Wobei: Vielleicht doch. Denn ich schaue es jeden Tag aufs Neue gerne an, verliere mich in den gefühlt unendlich vielen Nuancen von Blau. Ich habe mich noch lange nicht satt gesehen und fühle mich täglich gut genährt.

Stefa

 

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